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Idee und Konzept

Vom intertreff in Frankfurt am Main zur FERIENBÖRSE in Leipzig

Von der Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelischer Jugendferiendienste e.V. (BEJ) zu Völkerverständigung durch Begegnung e.V.
 

Ideengeber für die FERIENBÖRSE ist Jens-D. Kosmale. Ihm war während seiner jahrelangen Tätigkeit als Geschäftsführer der BEJ Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelischer Jugendferiendienste e.V. zu Beginn der achtziger Jahre klar geworden, daß es notwendig ist, Jugendliche (und ihre Erzieher) so umfassend wie möglich und so neutral wie nötig über alle Angebote für ihr Alter zu informieren, wenn sie 'raus von zu Haus wollen oder dort bereits sind. Dafür suchte er Mitstreiter. Denn es war von Anfang an klar, daß es sich dabei nicht ausschließlich um eine Informations- und Beratungsstelle über Angebote der evangelischen Jugend(freizeit)arbeit handeln sollte. Kosmale fand sie in der Stadt Frankfurt am Main und in den Vereinten Nationen, die 1985 zum Jahr der Jugend ausgerufen hatten. Also konnte die Beratung für jugendliche Individualreisende als Modellversuch in der Hauptwache starten.

Das Ergebnis war überwältigend, die Resonanz riesig und so wird sich jeder fragen, der das heute liest, wieso gibt es sie heute nicht mehr. Es liegt einzig und allein am lieben Geld. Es bedurfte zahlreicher weiterer Versuche, ähnliche Projekte an anderen Orten zu installieren, bis endlich klar war, wie dieser Modellversuch dauerhaft abgesichert stattfinden kann.

Auf dem Hintergrund ihrer Erfahrungen aus Frankfurt am Main eröffnete die BEJ nach der Wende die FUB Freizeit- und Begegnungsbörse in Halle an der Saale. Denn dort herrschten durch die Fördermöglichkeiten in den neuen Bundesländern gute Voraussetzungen, es unter neuen Vorzeichen erneut probieren zu können, wie eine dauerhafte Arbeit funktionieren könnte. Denn die Förderung durch das Arbeitsamt machte es möglich. Auch dort war die BEJ, die inzwischen ihren Sitz von Frankfurt am Main nach Berlin verlegt hatte, 1990 nicht allein, sondern holte sich die Stiftung Demokratische Jugend (Berlin) und die Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Sachsen-Anhalt (Magdeburg) mit in's Boot. Anschließend wurden auch in der Bundeshauptstadt, in Oranienburg und Schwerin erfolgreich FUB's eröffnet. Denn es sollten Synergieeffekte genutzt werden, wenn an mehreren Stellen Trägerangebote eingegeben und über sie informiert wurde. In anderen Städten scheiterten Versuche ähnliche Beratungsstellen zu eröffnen.

In Halle an der Saale zog sich die BEJ zurück. Nach einer Übergangszeit wurde die FUB in den JISSA Jugendinformationsservice Sachsen-Anhalt in der Landeshauptstadt integriert. Damit hörte die FUB als eigenständige Einrichtung auf zu existieren. In Berlin wurde die FUB von der Bildungswerk für Jugend-Soziales-Kultur gGmbH übernommen. Die Einrichtungen in Schwerin und Oranienburg wurden wegen Weggang des Personals geschlossen.

Alle Arbeit an diesen Standorten sorgte aber dafür, daß die FERIENBÖRSE in Leipzig bei ihrem Start im Herbst 1997 auf zahlreiche Erfahrungen zurückgreifen konnte. Denn nun war endgültig klar, daß die Voraussetzung für ein Gelingen nicht nur ausreichend vorhandenes Personal ist, sondern auch die entsprechende Kontinuität. Dabei kam es der FERIENBÖRSE zugute, daß ihr Leiter Stephan Schiller an den Erfahrungen diverser FUB's bereits seit der Eröffnung in Halle an der Saale teilgehabt hatte und seit 1979 (zuerst ehrenamtlich) in der Jugendarbeit tätig ist. Außerdem zeichnete es sich ab, daß Jugendinformation zwar im SGB VIII als Aufgabe der Jugendhilfe festgeschrieben ist, aber finanziell vom Staat kaum unterstützt wird. Also mußten andere Modelle umgesetzt werden und so wurde bereits in Halle an der Saale damit begonnen, die Träger an den Kosten zu beteiligen. Denn für die jugendlichen Nutzer sollte die Information und Beratung natürlich weiterhin kostenfrei bleiben.

Durch den Wechsel von Jens-D. Kosmale in gleicher Position vom Geschäftsführer der BEJ zum BundesForum Kinder- und Jugendreisen e.V. wechselte auch die Trägerschaft der FERIENBÖRSE in Leipzig. Selbstverständlich wurden ab diesem Moment auch die Leitsätze des BundesForum für alle Veranstalter verbindlich, die ihre Angebote in die FERIENBÖRSE einstellen wollten. Damit war ein einheitlicher Rahmen geschaffen, der jetzt unabhängig vom Hintergrund der unterschiedlichen Veranstalter klar macht, daß die Qualität das entscheidende Kriterium bei Kinder- und Jugendreisen ist.

Zum Jahresanfang 2004 wurde die FERIENBÖRSE vom BundesForum im Rahmen eines mbo management-buy-outs an leitende Mitarbeiter outgesourct, die zu diesem den Völkerverständigung durch Begegnung e.V. in Leipzig gegründet hatten, um die FERIENBÖRSE in der Messestadt weiter betreiben zu können.

In dem ebenerdigen Büro in einer Ladenpassage direkt in der Innenstadt von Leipzig im Krochhaus der Universität Leipzig, im Internet und auf Messen erfolgt weiterhin eine umfassende Information und Beratung von jungen Leuten, die 'raus von zu Haus wollen. Dafür arbeitet die FERIENBÖRSE mit über 1.200 Veranstaltern aus dem Bereich Jugendmobilität zusammen, zu dem u.a. gehören: Abschlussfahrten, Au-Pair, Ferienlager, Freiwilligendienste, Freizeiten, Gruppenreisen, High School, Internationale Begegnungen, Jugendreisen, Jobs im Ausland, Klassenfahrten, Praktika, Seminare, Sprachreisen weltweit, Studium im Ausland, work & travel, Workcamps und Zeltlager. Über alle diese Angebote können Interessierte umfassend informiert und beraten werden. Selbstverständlich können junge Leute zur Vorbereitung auf ihren Trip, wie in Frankfurt am Main im intertreff auch in der FERIENBÖRSE die Mitgliedskarte des DJH Deutschen Jugendherbergswerkes (DJH-Ausweis) und den ISIC Internationalen Schüler- und Studentenausweis erhalten.

 

 
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